Rotkehlchen Direkt-Vergleich
Do, Mrz 12, 2009
Die Diskussion über den 15jährigen Redbreast hat uns zu der Frage geführt, was denn tatsächlich so besonderes an ihm ist. Uns wurde von Peter freundlicherweise eine Flasche Redbreast 12yo und eine Flasche Redbreast 15yo zur Verfügung gestellt, tastewhiskey hat noch eine Flasche Jameson 18yo dazugepackt.
Zum Hintergrund: Der irische Whiskey Redbreast 15yo wird nicht mehr hergestellt, in Folge dessen schnellte der Preis recht schnell nach oben und liegt aktuell zwischen 80 und 120 Euro. Er wird deshalb nicht mehr hergestellt, weil in den dazu nötigen Fässern zukünftig der Jameson 18yo produziert werden soll. Hier ist der Redbreast also ein Marketingopfer zu gunsten des bekannteren Jameson.
Um zu schauen, was an dem Hype des Redbreast denn nun wirklich dran ist, probierten wir alle drei im direkten Vergleich. Zunächst probierten wir den 12yo. Er ist ein reifer, typisch irischer Whiskey, vielleicht noch ein wenig simpel, schmeckt er zwar nussig und hat auchzarte Vanillenoten, aber erst nach einiger Zeit im Glas, vorher überdekct ein scharfer Spirit die Komponenten, wie auch der erste Schluck aufzeigt. Erst der zweite Schluck zeigte uns, welchen Charakter dieser Whisky hat. Er hat bei weitem nicht die Komplexität eines guten Malt Scotch, er ist minimal würzig und hat ein gehöriges Maß an Schärfe. Der 15yo hat von der Farbe kaum einen Unterschied, nur Nuancen in Richtung tiefes Bernstein. Allerdings ist der Duft schon komplett anders, in der Nase entwickelt sich sehr schnell eine breite Palette gerösteter Nüsse und leichte Vanillenoten. Er ist vollmundig und hat eine überraschende Milde. Die zusätzlichen drei Jahre sind gut angelegte Zeit. Es ist ein komplexer Irish Malt. Der Jameson 18yo dagegen hat ein ähnliches Bouquet wie der 12yo Redbreast, hat aber sowohl in der Nase als auch im Mund nicht die Bandbreite des Redbreast 15yo.
Ich persönlich würde den Jameson eher zwischen die beiden Redbreasts setzen. Natürlich ist mit dem Jameson eine höhere Marge zu erzielen.
Aber zurück zum Hype rund um den Redbreast 15yo, wie schon gesagt, er ist ein richtig guter Irish Malt, allerdings wäre er wohl nur wenigen groß aufgefallen, wenn nicht dir Produktion eingestellt worden wäre. Mittlerweile ist er eher etwas für Sammler und Raritätenjäger, denn die Qualität rechtfertigt nicht diesen hohen Preis.





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