BCB - Ein Fazit
Sa, Okt 10, 2009
Der erste Eindruck des BCB ist nun hinter mir und mittlerweile fühle ich mich gesundheitlich (Wer hat den Schnupfenvirus auf die Messe gebracht?) wieder in der Lage bei klarem Kopf zu schreiben. Zu allererst einen großen Dank in Richtung Barworkz und Mixology: Ihr habt einen verdammt guten Job gemacht, ich und der Rest der Jungs aus Duisburg werden im nächsten Jahr wieder garantiert dabei sein.
Ein paar Kritikpunkte habe ich dennoch (auch positive):
- Einlassschlange am ersten Tag (auch wenn die Blogger und damit auch ich schon vorher rein konnten, wartete ich doch gute zwei Stunden auf meine Freundin, die mich begleitet hat). Respekt an den Gastgeber, der mehrfach in die Schlange gegangen ist und die Gäste dort mit Getränken versorgt hat. Ich bin mir sicher, das im nächsten Jahr dies nicht mehr so passiert.
- Der ständige Wechsel von Warm zu Kalt zu Warm. Damit meine ich, das die Messehalle von den Vortragsräumen Main Stage und Demo Bar durch Freiluft getrennt war und die Tage nicht unbedingt durch sommerliche Wärme gekennzeichnet waren. Ich wäre gerne durch innere Örtlichkeiten gegangen ohne gezwungen zu sein, durch die Kälte zu wandern. Vielleicht waren die Zugangsmöglichkeiten ja auch da, aber dann wünsche ich mir eine deutlichere “Benutzer”-Führung.
- Die Vorträge und die Wahl der Vortragenden war sehr positiv (mit einer Ausnahme: Der Bacardi-Vortrag, der doch wieder sehr “Marketing-Maschine-Bacardi”-lastig war und inhaltlich einige deutliche Fehler enthielt)
- Jeder war ansprechbar auch die besonderen Gäste, man konnte leicht in kontroverse Diskussionen kommen. Die Offenheit der Beteiligten war phänomenal
- Die Kritikfähigkeit des Veranstalter-Teams verdient Lob!
- Mir fehlten einige kleine Aussteller, die Big Player waren ja fast ausnahmslos vorhanden. Denn Innovationen kommen ja mittlerweile eher von den kleinen Herstellern.
- Das Essensangebot war gut aber zu klein! Platz wäre wohl noch da gewesen, zum Beispiel im Beach-Area.
So, das soll es erst mal gewesen sein… Ich stelle mich eurer Kritik und Ergänzungen zu meiner Kritik.





Oktober 14th, 2009 at 14:27
Lieber Jörg
an sich verfolge ich diesen Blog ganz gerne. Was mir allerdings etwas aufstößt ist das mein Vortrag (ja ich war der jenige welcher mit Peter Dorelli auf der Bühne stand) als all zu Marketing getrieben dargestellt wird und anscheinend hätte ich wohl auch noch ein paar inhaltliche Fehler gemacht (wenn man so was schreibt sollte man das Ganze auch fundieren, und nicht einfach schreiben es wurden inhaltliche Fehler gamacht). Ich bin gerne bereit dir das dementsprechende Material zur Verfügung zu stellen was jede meiner Aussagen belegt.
Ich habe kein Problem mit Kritik nur sollte sie auf den Punkt gebracht werden und nicht einfach in den Raum gestellt werden.
Wenn man wirklich alle Vorträge auf der Demo Bühne verfolgt hat sprechen eine volle Hütte und der Zuspruch Peter und mir gegenüber eine deutlich positive Sprache.
Liebe Grüße und nix für ungut
Steffen Lohr
BACARDI Brand Ambassador
Oktober 14th, 2009 at 19:37
Hallo Steffen,
erst einmal danke für die offenen Worte. Und natürlich reagiere ich auch darauf. Mal eins vorab: Ich mag das Marketing der Firma Bacardi. Und das Bacardi viel Wert auf Marketing legt, ist kein Geheimnis und keine Kritik, ich glaube nicht, dass ich Dir da etwas Neues erzähle.
Mein persönlicher Eindruck Deines Vortrags ist, dass man mir mitzuteilen versucht hat, dass Bacardi der einzige und wahre Rum ist. Dass dieser Eindruck dann auch so von mir so zurückgeworfen wird, war dann das Resultat. Es gibt auch andere richtig tolle Rums, Bacardi ist ein Rum mit einem zugegebenermaßen hohen Marktanteil, aber eben nicht der einzige.
Die Rezeptur des Daiquiri und die Präsentation war einwandfrei, jedoch ist es eigentlich bekannt, dass der Carta Blanca, den Jennings S. Cox benutzte, nicht mehr der heutige Carta Blanca ist. Alleine schon, wie aus Deinem verteiltem Material hervorgeht, dass der Herstellungsprozeß nicht mehr mit dem damaligen übereinstimmt, also sich das Produkt im Laufe der Zeit verändert hat. Ich habe schon einmal einen Carta Blanca aus dem Jahr 1943 (Kaufjahr) probieren dürfen, und der heute hier erhältliche Carta Blanca ist dazu kein Vergleich. Es hat mir gefehlt, dass genau dieses Faktum nicht im Vortrag erwähnt wurde, gerade weil der Vortrag sehr auf das Pferd Geschichte gesetzt hat. Natürlich hört sich das Rezept des Mr. Cox mit dem Eindruck des heutigen Carta Blanca sehr harsch an, wenn man jedoch einmal wirklich alten Carta Blanca verköstigt hat, ist das Rezept ein Gedicht.
Der Fehler, der mir und auch diversen anderen Zuschauern aufgefallen ist, ist bei der Vorstellung der Pina Colada passiert. Wenn ich mich hier irre, ok, aber wenn jemand wie Anastatia Miller sagt, dass der Timetable nicht stimmig ist, so wie auch die Behauptung, dass man für die erste Pina Colada ungesüßtes Kokoswasser nutzte, dann ist das für mich einfach falsch. Ich gebe Dir recht, dass ich hier genauer im Text hätte sein müssen, mea culpa. Mein fundierte Kritik ist: der Timetable war nicht korrekt und die Sache mit dem Kokoswasser stößt mir auf. Zeig mir die Quellen und ich ändere meine Meinung.
Ansonsten war es ein schöner Vortrag, auf einer Super-Veranstaltung, aber es war der einzige Vortrag, in dem ich selber Fehler zu finden geglaubt habe, die mir auch später durch Dritte bestätigt wurden.
Zum Abschluß: Ich hatte Spaß, Eurem Vortrag zu lauschen, gar keine Frage, das Zusammenspiel zwischen Peter und Dir war echt toll. Ich bin auf Deine Antwort gespannt.
Beste Grüße,
Jörg
Oktober 14th, 2009 at 22:06
Hey Jörg,
ja selbstverständlich muß ich mir gefallen lassen das der Carta Blanca von damals natürlich eine ganz andere Hausnummer war als der heutige Superior - da hast du Recht und es läßt sich leider nicht weg diskutieren das er von damals 44,5% auf die nun mehr 37,5% ein wenig an Kraft verloren hat.
(Achtung Schleichwerbung - Anfang Dezember kommt eine limited edition von 1909 auf den Mark mit Korkverschluß, der Flasche von 1909 und mit 44,5%).
Jedoch wollte ich mit meiner Präsentation lediglich klar machen wer und vor allem mit was das Ganze erfunden wurde. Es gab in letzter Zeit ein paar unschöne Aktionen seitens eines anderen namenhaften Rumherstellers der irgendwie auf die Idee kam sämtliche Rum Drinks (Daiquiri, Cuba Libre, Mojito) für sich zu vereinammen. Obwohl es denn Rum erst seit 1934 gibt und da war die Messe für die o.g. Drinks schon längst gesungen! Ob es nun 37,5% 40% oder 44,5% sind - es läßt sich nicht weg diskutieren das BACARDI mehr für die Cocktailkultur gemacht hat als alle anderen Rums zusammen.
Klar ist auch das die großen Marken auf Grund der voran schreitenden Globalisierung auch immer Gewinn orientierter arbeiten, und arbeiten müssen um Schritt zu halten, auch deren Produkte sind heute nicht mehr das was sie einmal waren.
Ich sage das nicht um andere blöd da stehen zu lassen sondern nur aus dem Grund, weil sehr oft auf BACARDI geschimpft wird obwohl es alle anderen großen Marken genauso machen!
Ja wir sind eine verdammt große Marke, ja wir stellen verdammt viel Rum her - aber nur weil wir größer sind als andere muss das noch lange nicht heißen das es schlecht ist - oder?
Die Informationen über die Timeline der Pina Colada lasse ich dir gerne zu kommen. (schickst du mir deine email adresse auf meine)
Lies mal die Kommentare und mach dir dein eigenes Bild
http://www.jrgmyr.com/2009/09/1939-la-florida-cocktailbook-club-de.html
Liebe Grüße aus Berlin
Oktober 14th, 2009 at 22:36
Hallo Steffen,
ich mag kein Marken-Bashing und ja ich verstehe was Du mit dem Link auf Jörg’s Blog meinst. Mir ist bewußt, dass Bacardi auch Tradition hat. Jeder Rum hat seinen eigenen Charakter, gar keine Frage, und auch wenn ich jetzt einige Blicke von komischer Art riskiere, so gehört doch Bacardi immer zu dem Rum-Regal, das stolz in meinem Wohnzimmer steht, und ohne Frage gehört in einige Drinks Bacardi.
Noch einmal zurück zu deinem ersten Eintrag, zur Marketing-Maschine: Meine Main-Site drinkmix.de ist ein News-Portal für den Endverbraucher, ich bin außerdem ein Fann von gutem Marketing, nur sollte es weder übertrieben, noch fachlich falsch sein. Ich gebe Herrn Meyer auf seinem Blog recht, was den Eintrag von Frau Unseld angeht. Marketing sollte markentreu sein, ich nenne mal ein paar Firmen mit vorbildlichem Marketing, dass mir gefällt: Absolut, Sagatiba, Bacardi, Heinneken…
Sorry, aber wir beide und viele andere Bartender sind wohl Manns genug, sich an einem solchen Kindergarten zu beteiligen. Das ist schlechtes Marketing. Auch wenn ich von Ketchum jetzt nie wieder zu irgendeinem Event eingeladen werde
Und wenn die limited Edition draußen ist, möchte ich gerne dazu einen Artikel auf drinkmix.de ;-))
Viel wichtiger als die limited Edition ist gerade, ab wann ich den Bacardi Elixir kaufen kann….
Ich bin auf die Quellen gespannt…Email ist unterwegs
Besten Gruß,
Jörg