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Der Westen – Ein Fazit nach der BCB

So, Okt 11, 2009

Gemischtes

Ich muß sagen, ich war geschockt. In der diesjährigen Barguide des Bar Convent Berlin waren Sage und Schreibe 46 Cocktail Bars, die den Namen auch verdienen, gelistet. Und das bei einem Einzugsgebiet, das bei weitem nicht so groß ist wie das Ruhrgebiet. Und hier im Pott sind es ungefähr 6 gute Cocktailbars….

Warum trinken die Berliner mehr Cocktails als wir im Pott? Sind wir nur Bier gewohnt? Oder trinken wir hier nur mittelmäßige Cocktails aus zweit- und drittklassigen Systemgastronomien? Ist im Pott echt die Wirkung wichtiger als der Genuß? Wo sind die Cocktailtrinker des Potts?

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7 Comments For This Post

  1. daniel witti Says:

    Ich habe neulich eine plausieble Begründung erfahren, – in keiner Region deutschlands gibt es eine solch hohe Anzahl von Kellerbars, wie im Ruhrpott.
    Der Ruhrpötter ist ein Stubenpötter.
    Dekoriert mit Autogrammkarten von Götz George, Fussballpostern und teilweise ungeöffneten Spirituosen von 1970.
    In der Bar liegt meistens ein Cocktailbuch – im besten Fall von Franz Brandl.

    Hoffnung gibt es bei der heutigen Generation um die 30 Jahre, die keine Lust mehr auf Papas Kellerbar haben – aber wie sieht die Alternative aus -_- omnipräsente Systemgastro, weil niemand den Mut aufbringt, ein Jahr keine Gäste zu haben, weil sich niemand in diesen Spezialladen hineintraut.

    Deswegen ist im Ruhrgebiet erstmal eine Aufklärung von Nöten, damit es auch Interessenten gibt.

    purely enjoy, db

  2. Christian Says:

    Genau darin sehe ich das Problem. Wer will mit der Aufklärung beginnen? In meiner Region ist auch absolute Cocktailwüste angesagt.
    Berlin hat den Vorteil ein geschlossenes Ganzes zu sein. Da auf relativ kleinen Raum sehr viele Menschen leben ist die Anzahl der Cocktailfreunde oder auch der Barkultur viel höher als in sonstigen Regionen (Städte ausgenommen).
    Als beispiel des Potts: Die Region ist groß und hat ebenfalls viele Einwohner aber es sind einzelne Regionen und Städte in denne sich diese Anzahl wieder soweit auftrennt das es wieder nur einzlene Individuen sind.
    Was ich damit sagen will: Die Anzahl an Cocktailfreaks ist insgesamt nicht sehr groß und diese Verteile sich zu sehr. Eine große Stadt ist ein Ballungszentrum. Nicht vergessen darf man dabei natürlich die regionale Sentimentalität so bin ich in einer puren Bier-Region in dem es Drinsk gleich doppelt so schwer haben.

  3. drinkmix Says:

    Hallo Christian,

    ich vergleiche in diesem Fall gerne Berlin und das Ruhrgebiet, denn auch Berlin ist von großen Stadtteilen geprägt, die oftmals in Konkurrenz miteinander stehen. Ähnlich verhält es sich mit dem Ruhrgebiet, es sind viele Städte auf einer nahezu geschlossenen Fläche. Das die ganzen Städte alle noch ihre eigenen Grenzen haben und nicht endlich zu einer Metropole zusammengewachsen ist, auch politisch, ist schon fast ein Wunder.
    Wir haben also eine große Fläche Stadtgebiet, insgesamt ca. 11 Millionen Menschen in einem Einzugsgebiet auf einem Raum der etwa doppelt so groß ist, wie Berlin. Auf dieser Fläche gab es einmal eine unglaublich bunte Kneipenkultutr, die aber seit dem Niedergang der Montanregion im Sterben begriffen ist. Es gab gleichzeitig aber keine Bewegung in Richtung von neuer Gastronomie. Erst seid gut 12 Jahren gibt es die Bestrebungen der einzelnen Städte Gastronomien großflächig anzulegen und haben somit ein wahres Mekka der Systemgastronomie geschaffen.
    Diese Systemgastronomie gibt nun bei Trends den Ton an und setzt die Standards, viele dieser Systemgastronomien haben zum Thema Cocktail nur den Aufkleber “Cocktailbar” an der Tür, mehr Barkultur ist dann oft nicht… Und genau deshalb meine ich, das hier dringend etwas passieren muss, nur fehlen mir leider das Geld für eine eigene Gastronomie.
    Wir, ein kleiner Ring von absolut Cocktailverrückten, treffen uns nun schon seit einem Jahr einmal im Monat, treffen Gastronomen und reden über genau das Thema, uns fehlen aber allen die Mittel und nutzen unseren Enthusiasmus und unser Wissen um uns auf den neuesten Stand zu halten und aufzuklären…

  4. daniel witti Says:

    bitte nicht blasphemisch auffassen, aber Jesus hatte auch keine Mittel.
    Wenn wir wirklich etwas erreichen wollen, dann müssen wir unsere Überzeugung in gezielt verteilten Portionen einbringen.
    Dazu stellt jede Interessensgruppe einen Masterplan auf, wann, von wem, an welchem Ort, zu welchem Zwecke, was getan werden soll.
    Je mehr Kompetenzen und Charaktere mitziehen, desto erfolgreicher wird die Barkultur-Aufklärung in dieser und jeder Region.
    Ich finde, wir sollten gemeinsam etwas Zeit investieren, damit wir dieser Region ein großes Stückchen weltmännischen Genusses zum Wunsche machen können.
    Denn – der größte Reichtum, den ein Mensch besitzen kann – ist der Genuss.

  5. drinkmix Says:

    Ja, aber dann sollten wir nicht nur reden, sondern action machen…

  6. daniel witti Says:

    Butter bei die Fische, Ideen sind im letzten Jahr genügend auf den Tisch geworfen worfen worden. wir müssen nur anfangen.

  7. dirk Says:

    bon jour leute,
    ich erlerne den beruf des “bartenders”, und lasse meine gäste (im geringen maße) dran teilhaben. gemeint ist das ich kontinuierlich wachse und zeitgleich die gäste an qualitätsprodukten und qualitätsarbeiten profitieren. nach 3 jahren kann ich einige seelen anschreiben die den hang zum genuss hier in der bar kennen/ und lieben gelernt haben. damit bin ich nicht der einzige.( nehm´ ich stark an)- aber hand aufs herz- sind es genug seelen die, oft und intensiv genug, unsere arbeit frönen um damit einen betrieb aufrecht zu erhalten? dank den städteplanungen und dem systemsmeccas ist man gezwungen sich zur “Hure” zu wandeln und ein programm zu errichten, das wenig mit einer spezifischen cocktailbar zu tun hat. das ist ei großer knackpunkt- unsere gäste sind system durch und durch gewohnt! ( und zum teil miese qualität ) wobei die pottkultur zum teil auf kleine pinnten/ eckkneipen/ trinkhallen basiert kommt mir die frage auf- warum exestieren nur noch wenige kneipen?- wo ist noch nen tante-emme-laden zu finden? gutes,regionale produkte nur noch auf dem wochenmarkt? es ist ein schwerer, fast hoffnungsloser kampf, aber wohin mit unserer leidenschaft und den hunderten verwöhnter gästeseelen? es ist wichtig das wir im pott nicht auf räumliche ballungen die fehler geziehn, sondern unser drang zur trinkkultur sollte geballt werden !!

    ..be brave.

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