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Barzirkel Ruhrgebiet VII/2010 – Zusammenfassung Teil 2

Sa, Jul 31, 2010

Gemischtes

Nach dem ganzen Cachaca gab es erst einmal einen kleinen Snack und natürlich eine ordentliche Caipirinha. Danach ging es um einen wirklichen kleinen Exkurs zum Thema Zucker. Steffen Lohr brachte mich am Vortag auf den deutschen Meisterschaften der DBU auf diese Idee:

Weißer feiner Rohrzucker und gemahlener kristalliner weißer Rübenzucker im direkten Vergleich. Ich reichte die beiden Zucker herum und fragte anschließend die sechs Anwesenden, was davon Rohrzucker und was davon Rübenzucker ist. 50% lagen richtig, das Ergebnis zeigt, dass selbst gestandene Bartender den Unterschied eher erraten, wirklich sicher war sich niemand. Denn dieser hochgereinigte Zucker der primären Raffinade hat eine Verunreinigung von 1-5 Promille und nur diese “Verunreinigung” würde einen Geschmacksunterschied ausmachen. Bei anderen Zuckersorten ist der Verunreinigungsgrad höher. Die Verunreinigungen sind Bestandteile aus dem Zuckersaft, wie Fructose, Glucose, Mineralien und Vitamine. Es gibt jedoch auch Rohrzucker, der in Reformhäuser als Vollzucker oder Voll-Rohrzucker angeboten wird. Er unterscheidet sich nicht im Süße-Grad, bringt jedoch jede Menge Aromen mit.

Es kam in der Runde dann die Frage auf, warum es noch nicht so lange feinen, weißen Rohrzucker in Deutschland gibt. Eine direkte Antwort konnte ich nicht geben, habe mich mittlerweile ein wenig schlauer gemacht und muss ein wenig weiter ausholen: 1747 entdeckte der Chemiker A.S. Markgraf das in der deutschen Runkelrübe Anteile von Zucker sind. Diese Rübe wurde in die Zuckerrübe veredelt. Doch war der Import von Rohrzucker immer noch günstiger als die Herstellung von Rübenzucker. Schließlich wurde dem Rübenzucker durch Napoleons Kontinentalsperre 1806 eine große Chance gegeben. Die Kontinentalsperre verbot den Handel mit den Kolonien und brachte den Import von Rohrzucker zum Erliegen. Der Rübenzuckerboom begann. Nach Zusammenbruch dieser Sperre überschwemmte günstiger Rohrzucker Europa und trieb die meisten Rübenzuckerfabriken in den Ruin. Europa reagierte mit Subventionen und hohen Zöllen, so dass der Preis für Rohrzucker künstlich hochgehalten wurde.  Dies hält heute noch an.  Es war also nicht verboten Rohrzucker einzuführen, es war einfach nur teuer. 2006 wurden dann einige Zölle im Rahmen der Konsolidierung der EU gestrichen, so dass Rohrzucker zwar immer noch teurer als Rübenzucker in der EU ist, aber immerhin erschwinglich.

Der Zucker, der in Europa nicht so sehr bezollt wird, ist der Demerara-Rohrzucker, das ist kristalliner Zucker, der mit einer Schicht Melasse überzogen wird, dadurch wird er zartbraun. Dann gibt es noch den würzigen Muskovade-Zucker, dieser ist kristallin und ist nicht gereinigt. Noch “verunreinigter” ist noch Molasses, ein Zucker, der sehr klebrig ist. Die beiden letzten Zucker werden häufig in der Backindustrie eingesetzt um bestimmte Geschmäcker zu forcieren. Bei beiden hat die Ursprungsart des Zuckerrohrs großen Einfluß auf den Geschmack.

Auch die Caipirinha mit den beiden verschiedenen Zuckerquellen aus weißem Staubzucker wurden nicht differenziert.

Jürgen zeigte uns dann noch eine herrliche Art eine Erdbeer-Margarita herzustellen, und zwar mit einer Erdbeergastrik.

Das nächste Meeting findet am 16. August statt.

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