Geschichte und Forschung und heutige Definition

In den letzten Monaten habe ich viel geforscht, gefragt, gesucht. Eins der Themen, mit denen ich mich beschäftigt habe ist das Thema Glastyp. Und ich möchte mit dem Unterschied zwischen Highball- und Longdrink-Glas beginnen. Dabei wurde die zeitliche Reihenfolge eingehalten, wir fangen also mit der historischen Betrachtung an. Der Auslöser für diesen Blog war das Cocktailbuch von Carl Seuter „Der Mixologist“, hier steht im Verzeichnis der Ausstattung der Bar der Begriff „High-Ball-Gläser“ und auch wenn er nur eine Anzahl von Gläsern meinte, stellte ich mir die Frage, ob es einen Unterschied gibt und wo dieser wohl ist.

Historie

Nach einem Kurzinterview mit Jared Brown und Recherche in richtig alten Cocktailbüchern, so wie Diskussion mit einem alten Glasbläser ergibt sich folgendes Bild: Ein Longdrinkglas hat keine festgelegte Füllmenge, nur ein

Longdrink oder Highball, wie unterscheiden sich die Gläser?; Bild: drinkmix
Longdrink oder Highball, wie unterscheiden sich die Gläser?; Bild: drinkmix

e Form ist vorgegeben, nämlich dass der die Glashöhe mindestens dreimal so hoch ist wie breit. Und das Longdrinkglas beschreibt eigentlich eine Gruppe von Gläsern. So waren in dieser Gruppe durchaus ein Unterschied zwischen Highball- und Collins-Glas. Das Collins-Glas ist dabei deutlich schmaler. So wurde es Jared schon in den 1980er Jahren an der Bar beigebracht. Das bestätigt auch der Glasbläser.

Aus Sicht des Glasbläsers, der seit den 1960er Jahren in diesem Beruf hauptsächlich Getränkegläser bläst und formt (Er ist 87 Jahre alt und arbeitet immer noch). hat sich in den letzten 30 Jahren generell das Glas vergrößert, so dass er mittlerweile das Longdrinkglas sogar separat sieht.

Füllmengen

Ein wirklich Definition der Füllmengen gibt es nicht, bei keinem der drei Glastypen. Wenn ich mir Deutschlands erfolgreichsten Ort für Highballs anschaue (das „Boilermanns“ in Hamburg), dann sind dort die Highball-Gläser relativ simpel, fast schon die Größe eines Altglases. Und so kann ich nur schätzen und selber definieren:

Highball-Glas: Füllmenge zwischen 0,2 und 0,25l – Höhe ca 2,5 bis dreimal so hoch wie breit, das hier fotografierte Glas ist ein freundliches Muster von APS und kann über den Link bestellt werden.
Collins-Glas: Füllmenge zwischen 0,2 und 0,3l – Höhe mindestens dreimal so hoch wie breit. Ein Eiswürfel mit 25mm Kantenlänge sollte aber noch reinpassen
Longdrink-Glas: Füllmenge zwischen 0,3 und 0,4l – Höhe wie beim Highball-Glas, das hier fotografierte Glas ist ein freundliches Muster von APS und kann über den Link bestellt werden.

Gründe

Generell sind Füllmengen in den letzten Jahren von Behältnissen größer und größer, man denke nur an die Entwicklung in Kinos (in den 1980er Jahren waren 0,33l Maxi-Größe, heute 1,5l). Ich kann mir nur erklären, dass die Mischungen vor ca. 2000 deutlich kräftiger waren oder schlicht weniger Alkohol genutzt wurde. Die oben genannten Füllmengen sind lediglich Empfehlungen. Der Vorteil von kleineren Gläsern ist schlicht, dass man attraktivere Preise machen kann. Sicher ist es schick, ein wertiges, großes Glas in der Hand zu halten, aber für den Genuß eher abträglich. Der Drink verwässert in einem größeren Glas natürlich schneller (und wenn er nicht verwässert, dann kann man halt maximal drei Drinks nehmen…).

Fazit:

Jeder macht sich sein eigenes Bild, aber in Zeiten der Normierung sollten wir dazu übergehen, einheitliche Füllmengen zu definieren. Dabei ist nicht MEHR nicht immer besser!

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