Der letzte Monat gehört nicht zu meinen ruhmreichsten, doch vorab keine Bange, alles ist gut und das wird kein Jammerpamphlet. Ich habe nur mal wieder festgestellt, dass ich mich an jahrelang gelernte Kommunikationsregeln auch halten sollte, vor allem wenn ich sie selber predige.
Kommunikation ist ein weites Feld und ein kleines Steckenpferd, Kommunikation ist auch nicht schwierig, wenn man sie stetig übt und beibehält. Eines ist bei Kommunikation im professionellen Bereich aber absolut wichtig: Sachlichkeit und Offenheit. Und beides habe ich ein wenig verloren.
Sachlichkeit: Wenn man Kritik übt an einer Person oder einer Gruppe, dann spricht man als erstes die Person oder Gruppe an und hängt es nicht an die große Glocke, egal wie sehr man emotional an einem Thema knabbert. So geschehen in Richtung des Hubertus Rat. Die Kritik ist bei mir angekommen und sie ist berechtigt. Die Emotionalität hatte Gründe, die nun geklärt sind. Ich für meinen Teil mag die Idee des Hubertus Rat und ich werde sie auch weiter unterstützen. Und nichts lag mir ferner als dem Hubertus Rat zu schaden. Wenn ich jemanden mit dem Artikel zu sehr auf dem Schlips herumgetrampelt bin, bitte ich um kurze Meldung.
Offenheit: Wenn man eine Veranstaltung plant, die national ist, sollte man schon frühzeitig eine offene Kommunikation wagen und zeitig sowohl den größten Verbreitungskanal (vielleicht sogar mehrere Kanäle) nutzen und dies regelmäßig und vielleicht auch schon weit vorher. So geschehen bei „Blog trifft Gastro“. Meine Kommunikation war auf ein Minimum beschränkt und Informationen kamen nur schleppend, wenn überhaupt. Lesson learned. Ich hoffe , dass ich im nächsten Jahr eine zweite Chance erhalte, aber das wird die Community entscheiden.
Nach Rücksprache mit meinem Umfeld erkläre ich das Projekt “Blog trifft Gastro in Duisburg” für gescheitert. Nach 0 Response über Twitter und auch über jeden anderen Kanal habe auch ich es verstanden. Es wird niemand nach Duisburg kommen.
Gründe sehe ich viele, alle in mir und meiner Informationspolitik, die gegen Null tendierte. Ich verstehe das, ich hätte wohl auch so oder ähnlich reagiert.
Es wird nun also offiziell kein BTG in Duisburg geben. Wer sich dennoch aufmacht gen Duisburg, weil er schon Hotel oder Zug gebucht hat, möge sich bitte umgehend bei mir melden.
Ganz kurze und Frage und bitte kurze Antwort: Wer kommt dem am 30. und 31.3. nach Duisburg?? Kurze Wortmeldung per Twitter, Facebook, Email (jk@drinkmix.de) oder per Telefon: 0171-2797284.
Hallo zusammen,
hier findet ihr die Hotelliste der vorgeschlagenen Hotels für Duisburg. Rückfragen sind erwünscht.Hotelliste Duisburg
Das Ruhrgebiet, seit mittlerweile Jahrzehnten im Wandel vom Industriestandort zum Dienstleistungs-”Mekka”, befindet sich gastronomisch fest in der Hand des Systems, die Rebellion hat hier gegen die dunklen Lords noch keine Chance. Und doch gibt es zarte Pflänzchen, die sich immer mal wieder an verschiedenen Orten ans Licht wagen.
Dortmund zum Beispiel ist fest in der Hand ominöser Stadtplaner, die den urbanen Raum umgestalten und in vielen Belangen nur an das Große denken. Doch alles hintern Dortmunder U, einem Wahrzeichen, das ehemals für die Union-Brauerei stand und ein Leuchtturm zum Vergnügen war, ist nahezu Tod. Die Rheinische Straße ist gesäumt von Spielhöllen, Dönerbuden oder schlichtweg leerständen. Dabei ist diese Straße ehemals DIE deutsche Bierstraße gewesen, Brauerei neben Brauerei, ob Mikro oder Makro, Kneipe an Kneipe noch bis in die 1970er Jahre hinein. Doch mit dem Umbau zur Dienstleistungsgesellschaft starben die Malocher weg, die den Bierhahn immer fließen ließen. Die damalig junge Generation ging weg aus Dortmund und das Viertel verfiel zusehends. Mittlerweile wird das Viertel von der Stadt gefördert, aber die hohen Herren der Stadt Dortmund fördern nicht den Individualismus und damit wieder das bunte Leben von einst, sondern es werden Ketten angesiedelt, Systemgastronomie wird hergeholt, weil diese ja angeblich erfolgversprechender ist, als kleine Kunstprojekte, Kneipen, Bars, die genau das Bunte bieten, das Menschen suchen und anzieht. Leerstände gibt es in diesem Viertel genug, die für Mutige großes Potenzial bieten. Hier wünscht man sich, das die Diskussion die über das Jetzt in Berliner Stadtteilen auf Mixology geführt wird endlich mal Wirklichkeit wird. Findige Investoren warten bis sie die Häuser kurz vorm Zusammenbruch sind, um dann neu zu Bauen und Raum für geldbringende Objekte zu schaffen.
Doch es gibt auch hier die Gegenbewegung. Der Verein Rheinische Straße e.V. hat den Stadtplanern schon mehr als einmal den Stinkefinger gezeigt. Oder die kleine Bergmann Brauerei, die auch in einer Kneipe an der Rheinischen Straße einen Ausschankort hat, übrigens verdammt lecker das Bier. Oder der Union Gewerbehof, ehemals vom Abriss bedroht, haben sich dort 75 Gewerbetreibende zusammengefunden und nutzen die alten Werksgebäude.
Doch das Ruhrgebiet besteht ja (zum Glück) nicht nur aus Dortmund. Auch in Essen tut sich etwas. Seitdem Axel Klubescheidt die Seiten gewechselt hat, ist es ein wenig ruhig um das Thema Cocktail in Essen geworden. Doch die Zeit wurde genutzt, die entstandene Lücke zu schließen. Immer mehr Mikro-Objekte mit gastronomischen Hintergrund öffnen im Stadtteil Rüttenscheid. Und auch Axel hat hier seine Finger im Spiel, entwickelt er doch vor Ort mit. Er hilft lernwilligen Gastronomen Konzepte zu überdenken und schlichtweg einen Tick anders und individueller zu machen. So entstehen immer mehr kleine Oasen, die sich als Keimquelle für weitere Projekte herausstellen werden. Ein solches Projekt ist zum Beispiel die ZWEIBAR. Dort findet mit wechselnden Bartender regelmäßig die “School of drinking”" statt, die Gäste finden das Thema Cocktail immer spannender und so entwickelt sich ein Klientel, das irgendwann weitere dieser Projekte fordert. Auch das FCUK YOGA ist wieder offen, dort mit geändertem Konzept, wie es scheint, weniger Cocktailbar, mehr Party-Ort.
Immer mehr Bartender aus dem Pott tauschen sich aus und auch der Barzirkel Ruhrgebiet hat hier seinen Beitrag geleistet, aber auch nach drei Jahren treffen wir immer noch auf Kollegen, die von uns, von Fachpresse oder ähnlichem noch nie gehört haben…
Wie schon hier berichtet, wurde im vergangenen Jahr von Jägermeister der Hubertus Rat gegründet. Als Gemeinschaft lebt der Hubertus Rat vom Input des Gastgebers und vom Input der Gäste. Der Input der Gäste hat sich in der Regel auf Rezepturen beschränkt, hierzu gab es richtig viele gute Ideen, der Input des Gastgebers war beschränkt auf News im Bereich der Stipendien oder das Zeigen von allerlei Gimmicks in den Jägermeisterfarben oder mit dem Hirsch-Logo. Zu Weihnachten gab es ein Ledertäschchen. Aber das war es von beiden Seiten.
Ja, die Stipendien mit Daniel Kroczinsky und Timon Kaufmann laufen jetzt, jede Menge Barzirkel und ähnliche Organisationen haben das Stammwerk in Wolfenbüttel besucht. Was passiert gerade mit dem Hubertus Rat? Wo geht die Reise hin, oder ist die Reise schon zu Ende? Ist Hubertus auf Kaffeepause und kommt dann mit Macht zurück?
Ich finde es ist viel zu still…
Mi, Apr 4, 2012
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